BERLINER KIND - (Aus)Leben eines Traums

Foto- und Kunstausstellung - kuratiert von Dina Nurpeissova

Die neue Stadt macht uns zu Kindern und wir wiederum sie zu unserem Traum, zum Schauplatz des inneren Wunsches, in dieser “erwachsen zu werden”. Es ist der oft auftauchende Begriff von “Berlin Dream”, der mehr oder weniger die Künstler dieser Ausstellung verbindet, welche den Traum – etwa als Deutsche, Aussiedler, Europäer oder Weltbürger – zu unterschiedlichen Zeiten, gar Epochen, erlebt haben / immer noch erleben. Wie die Stadt, wo alles gemixt, gefühlsüberladen und kontrastreich ist, versuchen die unterschiedlichsten künstlerischen Positionen, mit den Augen jenes “Berliner Kindes” zu reflektieren: oft in die Vergangenheit blickend, das Heutige erfragend.

Mit Flowerarmy beleuchtet die in Japan geborene Künstlerin Emiko Oeda die Notwendigkeit, aufmerksamer mit der Natur umzugehen, appelliert quasi mit Motiven der niedlichen menschlichen Figuren, die sie als Waffe gegen die Gleichgültigkeit einsetzt. Babysüß, aber gleichzeitig auch monsterhaft, geht es im Werk von Peter Hübert, aus Kasachstan stammenden Künstlerfotografen. Sein Landsmann Waldemar Salesski, welcher seinen Fotografien einen Hauch von Melancholie verleiht, rekonstruiert würdevoll die Heimatlandschaft Zentralasiens und stellt eine an die alten Zeiten erinnernde militärische Parade – jenseits des Pathos – plötzlich menschlich dar. Die Künstlerin Anna Grau untersucht die Spannungen zwischen dеm Realistischen und Symbolischen, wo Frauenfiguren eine zentrale Rolle einnehmen. Elya May, nach Aufenthalt in Australien, verfolgt das Thema des Körperlichen und Psychologischen, Kantigem und gleichzeitig Weichem des menschlichen Seins. Ihr Berliner Bekanntenkreis manifestiert sich im eigenem Werk. Ein aktuelles Projekt des argentinischen Künstlers Juan Arata, eine Installation – in Form eines Labors – mit dem Titel “Was macht uns zu Menschen?” (What makes us Humans?”), stellt die Frage nach human meaning. Der ungarisch-französische Künstler Gabriel Heimler kommt dem Thema Berliner Kind mit seiner eigenen Kindheit näher, untersucht diese auf der ästhetischen und psychologischen Ebene. Sergej Dott magische Belebung der Fensterschaupuppen entwickelt in den Räumen der Ausstellung eine interessante Eigendynamik. Der ukrainische Künstlerfotograf Minor Alexander arbeitet gerne mit den Mitteln der Verblüffung bei der Szenerie im Bild: es ist das Humorvolle, das Spielerische und letztendlich das Kindliche , das in der Bilder-Serie “check out” sich wiederfindet. Toni Wirthmüller, der Anfang der 80er von München nach Berlin kam, stellt in der Austellung Berliner Kind – (Aus)Leben eines Traums seine letzten – auf dem Prinzip der Collage, der Überlagerung und Schichtung basierten – Arbeiten aus. Das uralte Familienfoto vom bayrischen Bauernhof wird zum Fundus und Ausgangsmaterial, aber auch zum Anlass für die Reise in das eigene Ich. Italienischer Künstler Francesco Cascavilla sieht in seinen Fotografien die Möglichkeit des stillen Dialoges mit dem Subjekt, dessen innere Welt  Cascavilla ständig zu entdecken versucht. Speziell für die Ausstellung fotografierte er seine “Berliner Kinder” – Raver der Stadt – die für eine atemberaubende Erfahrung alles tun würden.

 

Special der Ausstellung : Tanzperformance “Rough Romantics” von Mindora (Großbritanien).

Zurück